Corominas Consulting

Warum „Ich glaube daran“ nicht reicht – und was Kanzleien, die wirklich wachsen, anders denken

Vor Kurzem haben Alessandro und ich im Kanzleikompass einen Begriff besprochen, der mich selbst noch beschäftigt, seit wir ihn das erste Mal so klar ausformuliert haben: Belief in the Inevitable – Glaub an das Unausweichliche.
Klingt auf den ersten Blick nach Motivationsrhetorik. Nach einem dieser Sätze, die gut klingen, aber nichts bedeuten. Aber wenn man ihn wirklich durchdenkt, steckt dahinter einer der entscheidendsten Unterschiede zwischen Kanzleien, die wachsen – und solchen, die stagnieren.

Der Unterschied, der zählt

Die meisten Kanzleiinhaber, mit denen ich spreche, haben Ziele. Große Ziele. Manchmal konkrete Umsatzzahlen, manchmal den Wunsch nach einer Kanzlei, die ohne sie läuft – nach Zeit, nach Freiheit, nach einem Betrieb, der nicht von ihrer täglichen Anwesenheit abhängt. Das ist schön. Das ist gut. Ziele zu haben ist der erste Schritt.

Aber was ich fast täglich beobachte: Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen jemandem, der sagt „Ich glaube, es könnte klappen“ – und jemandem, der sagt „Es wird passieren. Ich weiß nur noch nicht genau wann.“

Mathematisch betrachtet ist der erste Satz tückisch. Wer glaubt, dass etwas klappen könnte, bewegt sich in einem Variantenraum, in dem auch das Gegenteil möglich ist. In dem die eigene Kanzlei in fünf Jahren vielleicht doch nicht gewachsen ist. In dem man sich vorstellt, wieder als angestellter Anwalt zu arbeiten. In dem zwei neue Mitarbeiter eingestellt – und wieder entlassen werden.

Glaube an das Unausweichliche bedeutet: diesen Variantenraum zu verlassen. Das Scheitern nicht mehr als Option im Raum stehen zu lassen. Nicht naiv zu sein – sondern die Frage „Schaffe ich das?“ zu ersetzen durch: „Wie komme ich dahin?“

Der Selbsttest – probiert es aus

Es gibt einen einfachen Weg herauszufinden, ob ihr wirklich an das Unausweichliche glaubt oder nur hofft. Denkt an euer größtes Ziel – eine Million Jahresumsatz, 50.000 Euro monatlich, eine Kanzlei mit fünf Mitarbeitern, was auch immer. Dann fragt euch: Bin ich sicher, dass ich das in 15 Jahren erreiche? Wahrscheinlich ja. In 10 Jahren? Auch noch. In 7? Vielleicht schon etwas weniger sicher. In 5?

Wenn ihr an irgendeinem Punkt zögert, wenn sich ein kurzes inneres Grummeln meldet, habt ihr die Grenze gefunden. Da endet Gewissheit – da beginnt Hoffnung. Und Hoffnung ist keine strategische Grundlage.

Was das mit eurem Marketing zu tun hat

Jetzt könnte man einwenden: Was hat Mindset mit Marketing zu tun? Wir sprechen hier doch über Kanzleimarketing. Über SEO, über Google Ads, über Webseiten und Mandantengewinnung.

Die Antwort ist direkter, als sie zunächst wirkt.

Wer innerlich noch schwankt, ob das große Ziel wirklich erreichbar ist, trifft täglich andere Entscheidungen als jemand, der keine Zweifel kennt. Das zeigt sich nicht in großen Momenten – es zeigt sich in kleinen. Ob man Schrottanfragen aussortiert oder doch annimmt, „weil man gerade nicht gut ausgelastet ist“. Ob man einem Mitarbeiter, der seit Monaten nicht performt, endlich das direkte Gespräch sucht oder es wieder aufschiebt. Ob man eine Investition in professionelles Marketing als strategischen Schritt begreift oder als riskanten Ausgabeposten.

Die Kanzleien, die bei uns am stärksten gewachsen sind, haben sich in einem gemeinsam: Sie haben das Ziel nicht zur Debatte gestellt. Sie haben gefragt: Was muss ich tun, um dahin zu kommen? Und das ist eine komplett andere Ausgangshaltung.

Esoterik oder Strategie?

Ich verstehe, wenn dieser Begriff auf Skepsis stößt. Der juristische Ausbildungsweg trainiert Nüchternheit, Sachlichkeit, Abwägung. Und „Belief in the Inevitable“ klingt zunächst nach dem Gegenteil davon. Nach Weihrauch und Manifestation.

Aber schaut euch erfolgreiche Sportler an. Spitzensportler sagen nie: „Ich glaube, es könnte klappen.“ Sie sagen: „Ich werde Weltmeister.“ Nicht arrogant – sondern mit einer Klarheit, die ihr gesamtes Handeln ausrichtet. Jedes Training, jede Ernährungsentscheidung, jede Regenerationsphase.

Und kein Filmheld – von Frodo bis Spider-Man – hat sein Ziel durch reines Wünschen erreicht. Was all diese Geschichten uns zeigen: Es war immer die Reise, die Entwicklung, die zählte. Der Held wächst auf dem Weg. Das Ziel ist der Kompass, nicht der Motor.

Die Person, die ihr werden müsst

Hier ist die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus dieser Folge: Wer heute 7.000 Euro im Monat macht, ist noch nicht die Person, die 50.000 Euro macht. Das ist keine Kritik – das ist eine Tatsache. Der Weg von A nach B verlangt eine Entwicklung. Neue Maßstäbe. Klarere Strukturen. Die Bereitschaft, unangenehme Entscheidungen zu treffen.

Und das Interessante daran: Diese Entwicklung beginnt nicht dann, wenn man das Ziel erreicht hat. Sie beginnt in dem Moment, in dem man aufhört zu zweifeln, ob man es erreichen wird.

Wer absolut davon überzeugt ist, dass 50.000 Euro im Monat unausweichlich kommen werden, toleriert keine unklaren Prozesse mehr. Keine Anfragen ohne Nachverfolgung. Keine Mitarbeiter, die nicht performen. Kein Marketing, bei dem man nicht weiß, was es bringt. Die Gewissheit schärft die Ansprüche – und die geschärften Ansprüche schaffen das Fundament für echtes Wachstum.

Was bleibt

Ich habe in den letzten Jahren viele Kanzleien wachsen sehen. Und ich habe genauso viele gesehen, die stagnieren – mit gutem Marketing, guter Webseite, ordentlichem Google-Ranking. Der Unterschied war nie das Tool. Der Unterschied war die Geisteshaltung dahinter.

Der Weg ist das Ziel – aber man braucht ein Ziel, um loszugehen. Und wenn man einmal losgeht, mit echter Überzeugung, dann wird man an einem Punkt zurückblicken und die Person, die man einmal war, kaum wiedererkennen.

Wann wäre ein guter Zeitpunkt, damit anzufangen?

Wenn ihr herausfinden wollt, wie ihr eure Kanzlei konkret auf 20.000, 50.000 oder 100.000 Euro Monatsumsatz entwickelt – tragt euch gerne für ein unverbindliches Erstgespräch ein: corominas-consulting.de