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Google Ads Budget-Cap: Warum deine Agentur dich limitiert — und wie du das erkennst

Ich führe jede Woche Erstgespräche mit Kanzleien. Und fast jede Woche höre ich denselben Satz: „Uns wurde gesagt, wir können hier nur 400 Euro im Monat ausgeben. Mehr geht in unserem Markt nicht.“

Ich höre das so oft, dass ich aufgehört habe, überrascht zu sein. Aber ich werde nie aufhören, dagegen zu sprechen. Denn dieser Satz ist nicht nur falsch — er ist gefährlich. Und er kostet dich jeden Monat Mandate, die du nie siehst.

In diesem Artikel erkläre ich, wo dieser Mythos herkommt, wie das Geschäftsmodell dahinter funktioniert und was du konkret tun kannst, um herauszufinden, ob du gerade über den Tisch gezogen wirst.

Der Mythos vom Budget-Limit

Lass mich direkt sein: Es gibt keinen natürlichen Cap. Es gibt keine Marktsituation, in der eine Rechtsanwaltskanzlei in München, Berlin oder Hamburg physisch nicht mehr als 500 Euro im Monat für Google Ads ausgeben kann. Das ist kein Marktgesetz. Das ist ein Angebotsmodell — auf Kosten deines Wachstums.

Wenn dir jemand sagt, für Arbeitsrecht in München seien 400 Euro das Maximum, dann sagt er dir damit eigentlich etwas anderes: Er bietet nicht auf die Keywords, auf die es ankommt. Und das hat einen Grund.

Wie das Paketpreis-Modell wirklich funktioniert

Viele Anbieter — Agenturen, Freelancer, Plattformen — verkaufen Google Ads als Komplettpaket. Ein Fixpreis im Monat, alles inklusive, kein Aufwand für dich. Klingt erstmal gut. Aber hier steckt der Haken.

Wenn das Werbebudget Teil des Paketpreises ist, dann ist es ein Kostenfaktor für den Anbieter. Und Kostenfaktoren werden minimiert. Das heißt: Je weniger Budget tatsächlich in deine Kampagne fließt, desto mehr Marge bleibt auf der anderen Seite hängen. Du weißt oft gar nicht, wie viel deines Geldes wirklich als Adspend bei Google landet — und wie viel als stille Marge verschwindet.

Dazu kommt: Diese Modelle funktionieren nur, wenn die Kampagne wenig Aufmerksamkeit braucht. Und das gelingt, indem man auf Keywords bietet, auf die kein Wettbewerb gibt. Keywords, die billig sind, weil kaum jemand danach sucht. Keywords, die keine echten Mandate bringen.

Warum günstige Keywords dich teuer zu stehen kommen

Nehmen wir ein konkretes Beispiel, das wir heute morgen in einem Gespräch gehört haben: Arbeitsrecht München.

Ein Keyword wie „Anwalt Arbeitsrecht München“ hat ein mittleres vierstelliges Suchvolumen im Monat. Menschen, die gerade gekündigt wurden, Arbeitgeber, die externe Rechtsberatung suchen — echte Mandanten mit echtem Bedarf. Und genau weil so viele Anwaltskanzleien auf dieses Keyword bieten wollen, liegt der Cost-per-Click bei 10 bis 20 Euro.

Was macht eine Agentur mit 400 Euro Budget? Sie kann sich dieses Keyword nicht leisten. Also bietet sie stattdessen auf Dinge wie „Ich wurde gekündigt, was muss ich tun?“ — Long-Tail-Keywords, die kaum jemand sucht, kaum jemand anklickt und fast niemanden als echten Mandanten bringen. Das Ergebnis: 20 Klicks im Monat, vielleicht ein Mandat alle vier Wochen, ein Umsatzplateau bei 2.000 bis 5.000 Euro. Und die Erklärung: „Mehr geht in deinem Markt leider nicht.“

Das stimmt nicht. Es geht mehr. Viel mehr. Aber nicht mit diesem Setup.

Was wirklich möglich ist

Wir begleiten Kanzleien, die von 60.000 Euro Jahresumsatz auf 600.000 Euro gewachsen sind. Nicht in einem Jahr. Aber in zwei, drei Jahren — mit dem richtigen Setup, den richtigen Keywords und einem Budget, das tatsächlich investiert wird, statt verwaltet.

Eine Kanzlei, die heute 150.000 Euro im Jahr macht und auf 300.000 wachsen will, braucht kein Wunder. Sie braucht ein System. Monatlich 10.000 bis 20.000 Euro mehr Umsatz über Google Ads — das ist kein unrealistisches Ziel. Das ist das, was wir Woche für Woche für unsere Kunden umsetzen.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Online Marketing ist kein Kostenfaktor. Es ist ein Investmentvehikel. Wenn du 1.000 Euro investierst und 10.000 zurückbekommst, hast du kein Ausgabenproblem. Du hast eine Skalierungsfrage — und die lässt sich lösen.

Drei Fragen, die du deiner Agentur jetzt stellen solltest

Wenn du gerade ein Angebot hast, eine laufende Kampagne oder dich einfach fragst, ob bei dir alles mit rechten Dingen zugeht — hier sind die drei Fragen, die ich dir empfehle:

Frage 1: Auf welche Keywords bietet ihr für mich? Lass dir eine vollständige Liste geben. Kein zusammenfassendes Reporting, keine Dashboard-Screenshots — die konkrete Keyword-Liste mit den jeweiligen Cost-per-Clicks. Wenn die durchschnittlichen CPCs unter 1 bis 2 Euro liegen, werden es keine relevanten Kanzlei-Keywords sein. Für echte Suchbegriffe mit Mandantenabsicht zahlst du 5 bis 20 Euro pro Klick — manchmal mehr.

Frage 2: Wie viele Klicks generiert ihr pro Monat — und auf welche Suchanfragen? Wenn dein Budget vierstellig ist und die Klicks zweistellig, stimmt das Verhältnis nicht. Natürlich kann eine kleine Zahl an Klicks trotzdem wertvoll sein, wenn die Konversion stimmt. Aber kombiniert mit der Keyword-Frage bekommst du ein klares Bild.

Frage 3: Wie ist das Angebot strukturiert — ist das Ads-Budget in deinem Preis inkludiert? Wenn ja: Wer zahlt was an wen? Läuft das Budget über deinen eigenen Account oder über den Account der Agentur? Läuft es über ihre Zahlungsmethode? Das ist nicht nur eine Transparenzfrage — es ist ein Klumpenrisiko. Wenn die Kreditkarte der Agentur nicht gedeckt ist, stehen deine Anzeigen von heute auf morgen still. Ohne Vorwarnung, ohne dein Zutun.

Dein Account muss dir gehören

Ein letzter Punkt, der mir besonders wichtig ist: Du solltest Admin in deinem eigenen Google Ads Account sein. Nicht deine Agentur. Du.

Wenn du heute bei deinem Anbieter anfragen müsstest, um in deinen eigenen Account zu schauen — dann ist das eine rote Flagge. Eine große. Das passiert häufiger, als man denkt, und es bedeutet: Du kannst nicht wechseln, ohne von null anzufangen. Du hast keine Daten, keine Kampagnenhistorie, keine Kontrolle. Das ist Abhängigkeit, die bewusst erzeugt wurde.

Das richtige Setup: Du bist Admin, die Agentur hat Managerzugang. Deine Zahlungsmethode ist hinterlegt. Du kannst jederzeit rein, jederzeit wechseln, jederzeit kündigen — ohne etwas zu verlieren, was dir gehört.

Fazit: Der Cap, den es nie gab

Der Budget-Cap ist ein Mythos. Er existiert nicht im Markt — er existiert in einem Geschäftsmodell, das davon lebt, dass du nicht nachfragst.

Wenn deine Kanzlei wachsen soll, musst du aufhören, dein Wachstum in Paketpreisen zu denken. Du musst anfangen, in Return on Investment zu denken. Was investiere ich — und was kommt zurück? Wenn die Antwort darauf nicht klar, nachvollziehbar und mehrfach so hoch wie der Einsatz ist, dann stimmt etwas nicht.

Wir sind sieben Jahre am Markt. Wir haben Kanzleien verzehnfacht. Und wir sind noch nie auf ein Budget-Limit gestoßen, das wirklich im Markt lag — sondern immer nur auf eines, das jemand anderes gesetzt hat.

Wenn du wissen willst, was in deinem Markt wirklich möglich ist, buch dir ein unverbindliches Erstgespräch auf corominas-consulting.de. Wir hören uns an, wo du stehst — und zeigen dir, wo die Reise hingehen kann.